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Zu den Anfängen der Zisterzienser seit 1098 - Eine Reise nach Burgund vom 3. bis 10. Oktober 2025 - Rudolf Wilhelm Lehle

12.12.2025

Die Arbeit im Vorstand des Fördervereins Kloster Buch verstärkte mein Interesse für die christliche, europäischen Klosterkultur des Mittelalters. Woher kamen sie, die Gründer dieses Klosters an der Mulde bei Leisnig in Mittelsachsen? Aus welchem Grund und welcher Geisteshaltung kamen sie? Die Geschichte der Zisterzienser tat sich als Frage auf. Daher meine Reisen zunächst nach Memleben und Schulpforta im März 2025, meine Erkundungen in Sittichenbach, Walkenried und Michaelstein im August 2025. Schließlich die Reise nach Burgund zu den Ursprüngen der Zisterzienser im Oktober 2025. 

 

 

Die Zisterzienser sind ein Reformorden mit strenger Rückbesinnung auf die Ordensregel des Benedikt von Nursia (Regula Benedicti). Benedikt (480-547), ursprünglich ein frommer Einsiedler, gründete 529 die Abtei Montecassino in Süditalien. Diese Gründung wurde zum Stammkloster der Benediktiner. Die Mönche folgten dem Grundsatz „Ora et labora et lege“, zu deutsch: bete, arbeite und lies. Die Benediktiner verbreiteten als ältester Orden vom 7. bis 12. Jahrhundert das Christentum in Europa und wirken bis heute mit ihren Klöstern fort. 

 

Durch die Kraft und Disziplin des Glaubens, davon ausgehend durch Fleiß, Geschick und handwerkliche Fähigkeiten, durch Schenkungen, Erbschaften, Pachteinnahmen und Abgaben, durch das finanziell einträgliche Lesen von Messen und Gebeten wurden die Benediktiner wohlhabend. Durch die Verbindung zur weltlichen Herrschaft der Karolinger gewann der Orden an Macht und Einfluss. Das Gleichgewicht von Gebet und Arbeit litt jedoch über die Jahrhunderte zugunsten einträglich gestifteter Messen und Gebete. Die körperliche Arbeit trat dabei zurück. 

 

 

Die Abteil Cluny: 910-1790 

(Lage: ca. 18 Km Luftlinie nordwestlich von Macon an der D 980) 

 

Die ursprüngliche Benediktiner Abtei von Cluny wurde 910 von Wilhelm, dem Herzog von Aquitanien und Graf von Macon, genannt der Fromme, gegründet. Sie stand unter direktem Schutz des Papstes und entwickelte sich zu einem der einflussreichsten religiösen Zentren des Mittelalters. In Cluny lebten bis zu 400 Mönche. Cluny wurde im 11. Jahrhundert zum Ausgangspunkt der cluniazensischen Reform. 1 200 Klöster mit bis zu 20 000 Mönchen gehörten zu diesem Reformorden. 

 

Im Mittelpunkt des geistigen Lebens standen Liturgie und Chorgebet. Jeder Mönch betete im 11. Jahrhundert bis zu 250 Psalmen täglich. Das liturgische Totengedenken spielte darüber hinaus...

 

 

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