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Archäologische Funde 2014 (27.04.2014)

 

Seit Anfang Januar 2014 führt das Landesamt für Archäologie Sachsen mit namhafter Unterstützung der Landestalsperrenverwaltung Ausgrabungen anlässlich der Errichtung von Hochwasserschutzanlagen durch. Die Anlagen sollen die Ortschaft Klosterbuch vor den häufig auftretenden Überflutungen durch die unmittelbar neben dem Klosterareal vorbeifließende Freiberger Mulde schützen. In dem neben dem eigentlichen Klostergelände liegenden Grabungsbereich konnten nun zahlreiche bislang unbekannte Baubefunde entdeckt werden.

Das Landesamt für Archäologie hat seit dem Jahr 1993 immer wieder im Rahmen verschiedener Bau- und Sanierungsmaßnahmen Untersuchungen auf dem Gelände des 1192 erstmals urkundlich erwähnten Zisterzienserklosters durchgeführt. So konnte im Jahre 2005/06 der Chorabschluss der Klosterkirche freigelegt und dokumentiert werden.

Dr. Wolfgang Ender, stellvertretender Abteilungsleiter Archäologie zeigte sich mit den bisherigen Grabungsfortschritten zufrieden: "Dank der engen Zusammenarbeit mit der LTV ist es uns gelungen, in Bereichen zu forschen, die uns bislang verschlossen waren und dabei eine Reihe völlig neuer Erkenntnisse auch zu Zeiträumen vor der Klostergründung zu gewinnen."

Bei den diesjährigen Ausgrabungen wurden bislang ca. 11.700 m2 Fläche untersucht, wobei das Erdreich in Tiefen zwischen 40 und 70 cm abgetragen wurde, um die Befunde freizulegen. Dabei konnten ca. 120 Einzelbefunde dokumentiert werden. Die größte Befundtiefe liegt bei etwa einem Meter. Besonders treten hier große Mengen von Eisenschlacke hervor, welche mit Holzkohle durchsetzt sind. Sie sind eindeutiger Beweis für intensiv betriebene Metallverarbeitung, die in Zusammenhang mit der Errichtung von Klostergebäuden gestanden haben könnte. Über 500 kg Schlacke wurden bislang geborgen.

Rätselhaft sind hingegen noch die Fundamentmauern aus dem Mittelalter, die außerhalb des Klosters entdeckt wurden. "Dieses Gebäude war uns bislang nicht bekannt", so Grabungsleiter Dr. Fabian Gall, "erst die weiteren Untersuchungen werden uns zeigen, welchen Bezug es zu den Klostergebäuden hatte."

Besonders die geborgenen Reste von Keramikgefäßen helfen bei der Datierung. Sie können der Zeit vom 11. bis in das 14. Jh. zugewiesen werden, stammen also zum Teil bereits aus vorklösterlicher Zeit. Des Weiteren wurden Fragmente eines Glases und ein Rad-Sporn geborgen.

Die archäologischen Grabungen werden noch bis Ende Mai 2014 andauern.

 

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