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Geschichte

Die erste Nennung des Klosters erfolgt in einer Urkunde aus dem Jahre 1192.Es handelt sich nicht um die Gründungsurkunde. Kaiser Heinrich VI. (1190-1197) beurkundet, dass er auf Bitten Burggraf Heinrichs von Leisnig die Pfarre Leisnig dem Kloster Buch überlässt. Einer chronikalischen Nachricht zufolge sollen die aus dem Zisterzienserkloster Sittichenbach gekommenen Mönche in demselben Jahr in Buch eingezogen sein.

Markgraf Otto, der Inhaber der benachbarten Markgrafschaft Meißen, hatte sich einige Jahre zuvor an den erfolgreichsten Orden seiner Zeit, an die Zisterzienser gewandt und die Gründung des Klosters Altzella erwirkt. Heinrich von Leisnig bat ebenfalls die Zisterzienser, einen Gründungskonvent zu entsenden, und demonstrierte so, dass er sich als gleichrangig mit den wettinischen Markgrafen betrachtete.

 

                 Kloster-Siegel von 1277


Im Mittelalter waren die Bestattung an einem besonders heiligen Ort sowie die Einrichtung eines ewigen Gedenkens kein nebensächliches Lebensziel. Insbesondere Angehörige adliger Geschlechter versuchten für den eigenen Tod in einer ihrem Rang angemessenen Weise vorzusorgen.
Die Klöster gehörten zu jenen Orten, an denen man sich dem Himmel am nächsten fühlte. So verwundert es nicht, daß der Burggraf von Leisnig bestrebt war, in seinem Herrschaftsbereich ein Kloster zu gründen: der Wunsch nach Selbstdarstellung als Herrscher und nach adliger Traditionspflege verband sich dabei mit der Sehnsucht nach dem Seelenheil.

Das Seelenheil spielte im Mittelalter eine große Rolle im Denken der Menschen. Mönchen und Nonnen kam dabei eine wichtige Aufgabe zu: Mit ihrem Leben ganz im Dienste Gottes einen Ausgleich zu schaffen für die sündige Welt außerhalb des Klosters und so den Zorn Gottes von dieser Welt abzuwenden, den Menschen die Hoffnung zu erhalten, dass sie am Tag des Gerichtes nicht zu den Verdammten gehören werden.

Dies kommt auch im Wappen des Klosters zum Ausdruck: Es zeigt das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt und die Kreuzfahne, das Symbol des Sieges über den Tod in der Auferstehung.

 

                                        Klosterwappen , heute noch in der Gutskapelle zu sehen


Als im Jahre 1192 die ersten zwölf Mönche mit ihrem Abt in Kloster Buch einzogen, waren die Klostergebäude noch nicht vollendet. Dem Baubefund nach dürften die Ostteile der Kirche mit dem Hauptaltar sowie die Sakristei - zur Aufbewahrung aller Utensilien für den Gottesdienst - bereits errichtet gewesen sein. Die erste Generation Mönche wohnte in provisorischen Häusern aus Holz, Fachwerk oder Lehm. Bis zur Fertigstellung des gesamten Klosterkomplexes vergingen etwa 40 Jahre.

Das Kloster ist großzügig geplant worden. Der erfolgreiche Orden der Zisterzienser war es gewohnt, dass eine große Zahl von Personen bereit ist, in ihre Klöster einzutreten. Heute zeugt noch das 70 m lange Kapitelhaus davon, dass man mit einem großen, eventuell mehr als 100 Chormönche umfassenden Konvent rechnete. Die Zahl der Konversen überstieg in der frühen Zeit oft die der Chormönche.
Was für Personen in den Bucher Konvent eingetreten sind, entzieht sich weitgehend unserer Kenntnis, auch wie viel Mönche und Konversen im Kloster lebten. Aus den mehr als 300 Jahren Klostergeschichte sind uns nur reichlich 50 Personennamen überliefert. Den spärlichen Nachrichten ist immerhin zu entnehmen, dass die Mönche meist bürgerlicher Herkunft waren und aus der Umgebung stammten. Halle/S. ist die am weitesten entfernte Stadt, die als Herkunftsort eines Mönchs genannt wird.

Den Zisterziensern wurde und wird noch heute nachgesagt, dass sie ein wesentlicher Faktor bei der hochmittelalterlichen Ausweitung des Ackerlandes und der Urbarmachung von Wäldern gewesen seien. Denn die Regeln schrieben vor, dass neue Klöster in unbesiedelter Gegend errichtet werden sollen. Kloster Buch ist jedoch an der Stelle eines bereits bestehenden Dorfes gegründet worden. Siedlungsspuren führen hinab bis in das 10. Jahrhundert, bis in die Zeit slawischer Besiedlung. Das bedeutet aber nicht, dass Kloster Buch gar keinen Beitrag zu den Rodungen in der Umgebung geleistet hätte.
Das Dorf Buch hörte mit der Klostergründung auf zu existieren. Die Zisterzienser bewirtschafteten ihr Land in eigener Regie und mit eigenen Leuten, seien es nun Konversen oder Lohnarbeiter. Die Bauern mussten ihr Land verlassen. Wer unverheiratet war, konnte immerhin als Konverse in das Kloster eintreten. Die heutige kleine Siedlung neben dem Kloster ist erst nach der Auflösung des Klosters entstanden und erhielt den Ortsnamen Klosterbuch.

Im Laufe der Zeit erhielt das Kloster zu dem vom Burggrafen von Leisnig stammenden Gründungsgut weitere Schenkungen. Schließlich verfügte es über Besitz in 52 Dörfern. Ab 1309 gehörte ihm die Stadt Belgern einschließlich der Elbfähre. Im 16. Jahrhundert war Kloster Buch das wirtschaftsstärkste Kloster in Kursachsen.

 

                                Schenkungsurkunde über die Stadt Belern an das Kloster Buch

 

Die Zisterzienser fassten ihre Ländereien zu landwirtschaftlichen Großbetrieben, den sogenannten Grangien zusammen (in Paudritzsch, Altenhof, Beiersdorf, Poselitz, Tautendorf mit Schäferei, Ammelgoßwitz bei Belgern und Unterlödla bei Altenburg). Die Grangien konnten effektiver wirtschaften als bäuerliche Kleinbetriebe, so dass sich der Reichtum des Klosters weiter vermehrte.
Insbesondere waren im Rahmen der zisterziensischen Klosterwirtschaft Spezialkulturen eher möglich und die Zisterzienser nahmen eine Vorreiterrolle im Obst-, Gemüse-, Wein-, Hopfen- und Heilkräuteranbau sowie in der Bienenzucht ein.
Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse wurden in klostereigenen Werkstätten weiterverarbeitet (z. B. zu Wachskerzen, Pergament, Leder, Textilien, Farbstoffen, Pflanzenöl), so dass insbesondere in der ersten Zeit, als sich die umliegenden Städte noch in den Anfängen ihrer Entwicklung befanden, das Kloster ein wichtiges regionales Wirtschaftszentrum war.
Die Erzeugnisse der Klosterwirtschaft dienten nicht nur der Versorgung des Klosters, man trieb mit ihnen Handel. Ein Indiz dafür haben wir in dem von den Mönchen in Belgern betriebenen Stadthof. Auch in Oschatz, Altenburg und Leipzig hatte das Kloster Grundbesitz. Zumindest das Haus in Leipzig wurde offenbar über längere Zeit vom Kloster selbst genutzt.

Im 14. Jahrhundert hatten sich die Machtverhältnisse in der Region zugunsten der Markgrafen von Meißen verschoben. Die Burggrafen von Leisnig gerieten in deren Abhängigkeit. Insbesondere gelang es den Wettinern, Kloster Buch auf ihre Seite zu ziehen. So kam es 1365 zu der Konstellation, dass in einem Streit die Burggrafen von Leisnig dem von ihnen selbst gegründeten Kloster gegenüber standen. Die Burggrafen griffen das Kloster an und plünderten es, dieses wiederum rief den Markgrafen zu Hilfe, der den Streit zum Anlass nahm, die Burggrafen von Leisnig ganz zu entmachten. Damit lag Kloster Buch endgültig in der Einflusssphäre der Markgrafen von Meißen.

Kloster Buch war - wie bei Zisterzienserklöstern üblich - nicht der Gerichtsbarkeit des Bischofs unterworfen. Im 15. Jahrhundert bemühte es sich, auch hinsichtlich der dem Bischof vorbehaltenen liturgischen Handlungen Unabhängigkeit zu erlangen. Der Abt von Buch durfte ab 1441 Gegenstände, die für den gottesdienstlichen Gebrauch bestimmt waren, selbst weihen. Gleichzeitig erhielt er das Recht, beim Hochamt Würdenzeichen eines Bischofs zu tragen: die bischöfliche Kopfbedeckung, die Mitra, und den mit einem Amethyst geschmückten bischöflichen Ring.

In der zu Buch gehörenden Stadt Belgern entstand 1486 eine Ordensschule der Zisterzienser, deren Schüler auf das Studium vorbereitet wurden, insbesondere auf den Besuch des zisterziensischen Studienkollegs an der Universität Leipzig.

Am 20. Dezember 1525 stirbt in Kloster Buch Abt Antonius Dietz. Im benachbarten Leisnig hatte sich zu dieser Zeit die Reformation bereits durchgesetzt. Der Abt von Altzelle in seiner Eigenschaft als vom Generalkapitel beauftragter Kommissar für Böhmen, Mähren, Schlesien, Meißen, Thüringen und Sachsen fand sich zwar schon am 22. Dezember ein, um einen neuen Abt wählen zu lassen. Der Kurfürst ließ jedoch die Neuwahl durch zwei seiner Amtleute verhindern und unterstellte die Verwaltung der Klostergüter seinem Beauftragten Kaspar Kitzscher.
Die noch im Kloster lebenden 14 Mönche erhielten kleine Teile des Klostergutes, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Sie durften im Kloster wohnen bleiben, wovon sieben Mönche Gebrauch machten.


Die Güter des Klosters sind an verschiedene Personen verpachtet worden. Das direkt beim Kloster gelegene Gut und das Vorwerk Tautendorf behielt sich der Kurfürst jedoch zunächst vor. Erst 1555 gelangten beide für 17 400 Gulden in die Hand des Hans von Schleinitz. Die Zinsen der Kaufsumme flossen an die Landesschule in Grimma.
Die zum Teil hochadligen Pächter des Klostergutes in Buch haben hier auch Hof gehalten. Davon zeugen Spuren von Raumausmalungen aus dem 16./17. Jahrhundert im Abthaus.


Bis 1836 hat die Landesschule Grimma das Klostergut verwaltet, danach wird in die Verwaltung des sächsischen Staates  zurückgegeben. Den Betrieb in Buch hielten Pächter aufrecht, bis das Klostergut 1945 volkseigen wurde. Nachfolgebetrieb des Volkseigenen Gutes ab 1990 war eine Gesellschaft bürgerlichen Rechtes, die die landwirtschaftliche Nutzung der Klosteranlage in den folgenden Jahren aufgab.

Ab 1992 erfolgten unter der Regie der Stadt Leisnig und des Geschichts- und Heimatvereins Leisnig erste Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten und an den Wochenenden fanden Führungen durch die alte Anlage statt.

Das Kloster Buch ab 1990

von Peter Rentsch

Zur Wende um 1989/90 wurde sehr bald klar, dass das Volkseigene Gut Klosterbuch wie alle staatlichen Betriebe in Industrie und Landwirtschaft Kurs auf die Privatisierung zu nehmen hatte.

 

                     Das Klostergut zu DDR-Zeiten (Foto: H. Ries)


Zwei wesentliche Versuche einer Neunutzung der gesamten Anlage erwiesen sich rasch als unrealisierbar, so sinnvoll diese auch schienen: Umwandlung in eine Art Stadtgut Leisnigs und Angliederung an die Landeskliniken Hochweitzschen.
Tatsächlich erfolgte der Auszug der traditionellen Landwirtschaft über mehrere Jahre aus den einstigen Klostergebäuden und den zahlreichen landwirtschaftlichen An- und Einbauten. Letztere wurden über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen Zug um Zug abgerissen. So kam über die gesamte erste Hälfte der neunziger Jahre hinweg das originale Kloster in seinem noch vorhandenen bedeutenden Gebäudebestand wieder aus "Vergessen und Verbautheit" zum Vorschein und zu neuer Wirkung.
Sichtbarer und langzeitwirksamer Ausdruck der neuen Phase der Historie des Klosters Buch war die 800-Jahr-Feier seiner Gründung im Jahre 1992.

 

Die Stadt  Leisnig übernahm offiziell die Bauunterhaltungs- und Aufsichtspflicht für das Kloster und das gesamte Geschehen vor Ort.

Zu den wichtigsten denkmalpflegerischen Aktivitäten - zunächst vordergründig der Rettung und Sanierung der wertvollen historischen Bausubstanz dienend - gehörten in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts: die Neueindeckung der Dächer von Kirche und Kapitelhaus mit Dachstuhlsanierung, die erste Stufe der Wiedergewinnung der Krankenkapelle, die Beräumung von Necessarium und Siechenhaus.

Die denkmalpflegerischen Arbeiten wie auch die Aktivitäten des Leisniger Geschichts- und Heimatvereins standen unter fachkundiger Betreuung der zuständigen Ämter des Landes Sachsen und des Kreises Döbeln, namentlich dankenswerterweise von Dr. Steffen Delang und Jörg Liebig. Unersetzliche kompetente Unterstützung kam und kommt von dem hervorragenden Zisterzienser-Kenner Fritz Reinboth (Braunschweig).

 

          Kassettendecke Abthaus

So konnten gemeinsam die historisch sehr wertvollen Fußbodenornamente in der Krankenkapelle nebst Piszine, das nur noch selten so erhaltene Ensemble von Krankenkapelle und Infirmerie, das fast einzigartige Necessarium, die Nebenchöre mit romanischen Piszinen und weitere bedeutende architektonische Details in ihrer ursprünglichen Funktion aufgeklärt werden.

Im Jahre 1997 wurde der Förderverein Kloster Buch e. V. gegründet. Er konnte im Jahr 2000 das gesamte ehemalige Kloster als Eigentum mit allen Pflichten und Rechten vom Freistaat Sachsen übernehmen. Damit war eine notwendige neue Grundlage für die gesamte weitere Entwicklung des Klosters in jeder Hinsicht geschaffen.

 

Ziel ist die Gestaltung eines kultur-historischen Zentrums, das über die Region und Sachsen hinaus wirksam ist bei zeitgemäß angepasster Nutzung von wertvollem historischem Erbe in Verbindung mit sinnvoller Traditionspflege.

In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts wurden weitere wichtige bauliche und denkmalpflegerische Fortschritte erreicht. Dazu zählen vor allem die Neueindeckung eines Wirtschaftsgebäudes und dessen Innensanierung, der Bau eines neuen Sanitärgebäudes, die Sicherung des Siechenhauses und vor allem die Restaurierung der Krankenkapelle mit nachgestalteten Fußboden-Ornamentfliesen und vorgelagertem Saal.

Die Hochwasserflut vom August 2002 richtete im Kloster gewaltige Schäden an, flossen die Wassermassen doch noch einen Meter höher als das bis dahin höchste Hochwasser 1897. Doch mit großen Anstrengungen, Hilfen und Spenden verschiedenster Art sowie mit den staatlichen Mitteln der Schadensbeseitigung wurde rückblickend ein sehr erfreulicher Aufschwung und baulicher Fortschritt erreicht.
Im Zuge dieser Arbeiten traten im Jahr 2004 durch umfangreiche archäologische Grabungen nahe der Mulde, an der Dorfstraße und im Hofbereich die bislang erstaunlichsten und dichtesten neuen Einsichten zutage. Auch vor den abschließenden fachlichen Bewertungen ist klar geworden, dass zum ehemaligen Zisterzienserkloster Buch weit mehr bauliche Anlagen gehörten als bisher angenommen.
Dies und anderes bringt stets neue Fragen und einen anhaltenden Reiz für alle Akteure vor Ort hervor, im Zisterziensergeiste und mit heutigen Motivationen das Kloster Buch zu hegen, es verdientermaßen noch bekannter und attraktiver zu machen.

Das Kloster Buch ab 2007
von Heiner Stephan
Im September 2007 wird zentral im Kloster Buch der Tag des offenen Denkmals durch den Freistaat Sachsen eröffnet. Der Förderverein Kloster Buch erhält an diesen Tag den Denkmalspreis des Landkreises Döbeln.

Das Landesamt für Denkmalspflege stellte in seinem 13. Arbeitsbericht 2007 nunmehr fest, dass Kloster Buch ohne Zweifel zu den wichtigsten mittelalterlichen Bauwerken der sächsischen Geschichte gehört, ebenso wie Altzella, Grünhain oder Wechselburg. Dieser Bericht wurde im Kloster Buch übergeben.


Dieser hier vorgelegte Bericht will nicht mehr sein als eine erste und in vielen Punkten noch offene Vorstellung der in den letzten fünf Jahren durchgeführten Untersuchungen an einem der bedeutendsten Monumente des Mittelalters in Sachsen. Es sollte damit ein kleiner Beitrag geleistet werden, dieses schlichte Bauensemble des Kloster Buches, dessen öffentliche Wahrnehmung sich in den letzten Jahren erfreulich verbessert hat, noch bekannter und, vor allem in seinen teils verborgenen historischen Zeitschichten, noch besser verständlich zu machen.
In Anbetracht des nach wie vor großen Bedarfes an speziellen historischen, archäologischen und baugeschichtlichen Spezialuntersuchungen war es im Bericht für eine umfassende monografische Darstellung noch zu früh. Außerdem konnte vorerst nur die im Bereich baudenkmalpflegerischer Tätigkeit durchgeführten Untersuchungen vorgestellt werden. Nachdem lange Zeit nicht mit der gewünschten Intensität an der Erforschung der Substanz gearbeitet werden konnte, sondern andere Prioritäten gesetzt werden mussten, war es nunmehr der Wunsch, die vielfältigen neuen Erkenntnisse einer mehrjährigen Arbeit von Restauratoren, Architekten und Bauforschern zusammenzufassen und einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen. Denn diese Öffentlichkeit, die sich in der vielfältige Aktivitäten einschließenden kulturellen Einrichtung am Ufer der Freiberger Mulde in wachsendem Maße einstellt, hat einen Anspruch darauf zu erfahren, was sich hinter Gerüsten und Planen und in nicht betretbaren Räumen getan hat.

 

Kloster Buch ist ein einzigartiger Ort, wo Geschichte erlebt werden kann, wo sich ein Blick in ferne, uns wenig vertraute Zeiten nahezu aufdrängt. Und der Ort lebt zu einem großen Teil von jenen Menschen, die ihren Blick begierig in die Geschichte schweifen lassen möchten, die die Ruinen und Bruchstücke, aber auch die schlichten Baulichkeiten daneben in ihrem Kontext verstehen oder die sich auch nur von der wunderschönen Situation und vom Reiz des Orte gefangen nehmen lassen wollen. All jenen wird eine Möglichkeit gegeben werden, ihr Wissen zu vertiefen und an neuen Erkenntnissen Anteil zu nehmen.
Es ist natürlich auch ein vornehmlicher Wunsch, die neuen Forschungsergebnisse einer interessierten Fachwelt vorzustellen, der nicht entgangen ist, dass Kloster Buch noch längst nicht in dem Maße mit wissenschaftlicher Bearbeitung bedacht worden ist, wie es seiner geschichtlichen Bedeutung angemessen wäre.


Kloster Buch gehört wie festgestellt zu den wichtigsten mittelalterlichen Bauwerken der sächsischen Geschichte, aber durch eine über viele Jahrhunderte reichende Nutzung als landwirtschaftliche Einrichtung hat man die baulichen Überreste der Klosterzeit vorrangig unter utilitären Aspekten betrachtet. Hinzu kommt, dass spektakuläre Architekturzeugnisse wie Kirche und Kreuzgang nahezu völlig verloren sind und somit die verbliebenen Reste wenig Aufmerksamkeit erheischen konnten. Welch großartiges Bauwerk hier einst am Ufer der Freiberger Mulde stand, haben erst die systematischen Grabungen und Vermessungen ins Bewusstsein gebracht, die um 1900 auf Anregung von Cornelius Gurlitt durchgeführt wurden und deren Veröffentlichung in den Beschreibenden Darstellungen der Bau- und Kunstdenkmale im Königreich Sachsen erfolgte. Nach mehr als einhundert Jahren ist es nun mehr als überfällig, dieses damals erstellte Bild des einstigen Klosters fortzuschreiben und zu präzisieren. Dies ist ein wesentliches Anliegen denkmalpflegerischer Tätigkeit, die selbstverständlich auch die wissenschaftliche Erschließung der Monumente einbezieht.

Die Schadensbeseitigung des Jahrtausendhochwassers 2002 wurde Dank der nationalen und internationalen Hilfe 2008 abgeschlossen und ist damit die Basis, für eine nachhaltige Entwicklung in den nächsten Jahren.

 

                    Kloster Buch am 12./13. August 2002

 

 

Hier finden Sie die Geschichte noch ausführlicher:

Battre - Beiträge zur Geschichte Kloster Buch